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BILDTEPPICH MIT LANDSCHAFT UND VOGELPAAREN

Kat. Nr. 116
Nordindien, Lahore, um 1600
233 x 158 cm
Kette, Schuss Baumwolle
Knoten Wolle, asymmetrisch
Knotendichte 7600
Inv. Nr. Or 292/1889/1907 HM


Zwei indische Bildteppiche sind bekannt, der Wiener Teppich und das nach seinem Vorbesitzer Frederick L. Ames benannte Stück im Museum of Fine Arts in Boston. Meist werden sie als gleichzeitig angesehen. Unterschiede in der Zeichnung, vor allem der Borte, lassen einige Forscher vermuten, der Bostoner Teppich sei schon unter Akbar (1556–1605) entstanden. Der Wiener Teppich wäre dann erst unter Dschahangir (1605–1627) geknüpft worden. Vorläufer der Bildteppiche dürften die nur noch in Fragmenten erhaltenen riesigen Teppiche mit grotesken Tieren gewesen sein. Als gleichzeitig oder als ihre Nachfolger hingegen gelten Teppiche, die Landschaftsszenen mit Tieren in rapportartiger Wiederholung zeigen. Obwohl weniger dicht geknüpft, gelten sie wegen der Motive und ihrer Darstellungsweise als passende Vergleichsbeispiele. Neben der Gestaltung ohne prononcierte Konturlinien weist auch die Technik der Gruppe auf Nordindien als Entstehungsland: Nur hier finden sich Ketten aus 7–9fach gezwirnter Baumwolle.

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